Rudolf Ditzen begann mit siebzehn oder achtzehn Jahren, literarisch zu arbeiten. Er schrieb ab etwa 1911 Gedichte und machte Übersetzungen. Da war die Familie, die ursprünglich in Greifswald lebte, schon zehn Jahre lang in Berlin gewesen und jetzt seit zwei Jahren in Leipzig. Der Vater war preußisch...

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Wilhelm Genazino Ende der siebziger Jahre seine Abschaffel-Trilogie schrieb, lebte ich in der selben Stadt wie er und sein Held.

Ich begegnete diesem Helden zufällig, weil ich die studentische Angewohnheit hatte, die Bücher in den Ramschkästen vor Buchhandlungen zu d...

Lose Enden,

meine Damen und Herren,

sind der Alptraum der Textilbranche, zu deren Tätigkeitsbereich bekanntlich im weiteren Sinne auch die Schriftstellerei zählt.

Jeder, der mal einen Pullover gestrickt oder eine Erzählung geschrieben hat, weiß, dass der lästigste Arbeitsschritt zuletzt erfolgt, wenn d...

Daß ich jetzt drei Tage lang eine Professorin sein soll, erscheint mir äußerst befremdlich.

Dieses Befremden will ich versuchen, Ihnen zugänglich zu machen. Es hat wesentlich mit der einigermaßen shakespearehaften Rolle zu tun, die das Lesen in meinem Leben gespielt hat, und zwar in beiden Formen, in...

„Ja kann man denn davon leben?“

Als ich im Jahr 1989 beschloß, Schriftstellerin zu werden, war ich immerhin schon 34 Jahre alt, hatte einen fünfjährigen Sohn und wußte bereits, daß Leben Geld kostet. Die obige Frage habe ich inzwischen wohl tausend Mal gehört, damals stellte ich sie mir sozusagen im...

Ich möchte meine Vorlesung zu Anton Pawlowitsch Tschechow heute abend damit beginnen, daß ich Ihnen vorlese, was ein anderer Autor vor 60 Jahren seinen Studenten zu Anton Pawlowitsch Tschechow vorgelesen hat.

Dieses Verfahren hat nicht nur den Vorteil, daß wir uns dem inzwischen 100 Jahre entfernten...

Die Nacht, bevor ich auf dem Heimweg von der Schule einen Weihnachtsbaum kaufte, war so eine.

Die Nacht, bevor ich in der Drogerie auf dem Hauptbahnhof meiner Mutter ein Fläschchen Veilchenparfüm kaufte, war auch so eine.

Die Nacht, bevor wir nach Siofok fuhren, war wiedermal so eine, nur daß diesmal...

Am 28. Februar.1933 brannte der Reichstag. Kurt Tucholsky schrieb einen Brief.

"Ich freue mich sehr für Sie, lieber Max, daß Sie noch beizeiten aus dem Affenstall herausgekommen sind, und ich wünsche Ihnen für Frankreich alles Gute. Lieber Freund, ich fürchte, jetzt kommen die sieben magern Kühe und...

„Dies ist eine Möglichkeit – ich bediene mich ihrer übrigens nicht“, sagte Klee einmal am Schluß einer Vorlesungsreihe.

Ein Baum ist da. Rechts oben. Aber wo ist die Terrasse. Vielleicht auch rechts oben, vielleicht aber auch nicht. Und wenn da eine Terrasse ist, dann ist da, nach allem, was wir über...

Die Göttinnen: Nun sind sie also hundert geworden. Und immer noch richtig unanständig.

Als ich sie kennenlernte, waren sie ungefähr siebzig. Ich war schockiert.

Die deutsche Literatur hat sich nur zweimal echte Ausfälle geleistet. Einmal den personifizierten Ausfall des Dichters Christian Dietrich Gra...

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Hier finden Sie in chronologischer Folge einige der Texte, die ich im Laufe der Jahre an verschiedenen mehr oder weniger entlegenen Orten publiziert habe.